Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken, die Blätter fallen von den Bäumen, die Straßen bleiben feucht, der Nebel begleitet uns lange Stunden am Morgen. Untrügliche Zeichen, der Herbst ist in vollem Gange und der Winter naht. Früher oder später kommt für die meisten von uns, wie jedes Jahr, der Tag an dem wir sagen: Schatz, die Saison ist vorbei.

Dann ist es Zeit, die geliebte Maschine richtig für die Winterpause vorzubereiten. Es gibt eine Handvoll Dinge du die beachtet solltest, um deine Maschine gut durch den Winter zu bringen.

Karosserie und Fahrwerk

Beginnen wir mit der gründlichen Reinigung. Ja, so steht‘s nicht nur in der Bedienungsanleitung, das sollte ohnehin selbstverständlich sein. Lang anhaftender Schmutz sieht nicht nur unschön aus, er kann auch Schäden am Bike verursachen. Und mal ganz ehrlich, möchtest du ungewaschen so lange überwintern müssen?

Lackierte Teile wie Rahmen und Tank lassen sich hervorragend mit Polierwachs behandeln. Das reinigt und legt einen Schutzfilm auf die Oberflächen. Für die restliche Karosserie und das Fahrwerk gibt’s spezielle Konservierungssprays im Fachhandel.

Leitungen und weitere Teile aus Gummi werden mit einem Gummipflegemittel behandelt, so wie wir es auch von den Dichtungen in Autotüren kennen.

Tank und Kraftstoffsystem

Wenn du noch einen Vergaser fährst, fülle am besten einen Kraftstoffsystemreiniger – gibt es ebenfalls im Zubehörhandel – vor dem letzten Mal Auftanken in den Tank und fahre einige Kilometer, um das Gemisch ins Kraftstoffsystem eindringen zu lassen.

Batterie

Sofern du dein Bike nicht in der Garage zu Hause mit einem Ladekabel verbinden kannst, wird die Batterie ausgebaut um sie in regelmäßigen Abständen laden zu können. Das schützt die Batterie vor Tiefenentladung während der Wintermonate und garantiert dir genügend Kapazität beim ersten Starten in der neuen Saison. Weitere Informationen speziell zum Überwintern für Motorradbatterien findest du in diesem Blogbeitrag. Unser Tipp: mit dem GPS-Tracker von BikerSOS hast du den Zustand deiner Batterie immer im Blick, echt praktisch, oder?

Reifen

Die Reifen kannst du um 0,3 bis 0,5 Bar über normal aufpumpen. So läufst du nicht so leicht Gefahr, dir einen Standplatten zu holen. Einige Fahrer unterbauen – mittels geeignetem Ständer – ihr Bike auch komplett, um so Vorder- und Hinterrad ganz entlasten zu können.

Motoröl wechseln, muss das sein?

Hierbei scheiden sich die Geister. Wenn du in der abgelaufenen Saison ordentlich Kilometer gefressen hast und laut Wartungsplan das Öl samt Filter getauscht werden muss oder bald ansteht, dann erledigst du das am besten noch vor dem Winterschlaf. Altes Öl verliert nicht nur an Schmierfähigkeit, es enthält auch Abrieb aus dem Motor, den du besser früher als später entfernen kannst. Sollte die Laufleistung gering gewesen sein, kannst du auch bis zum Saisonanfang mit dem Wechsel warten.

Ein Blick ins Handbuch deines Bikes schadet generell nie, es liefert dir wertvolle Tipps vom Hersteller auch in puncto Einlagerung des Motorrades. So können die Vorgaben, zum Beispiel bezüglich des Tankinhaltes, variieren. Tanks aus Blech werden in der Regel bis zum Rand gefüllt, Kunststofftanks hingegen werden abgelassen.

Zu guter Letzt, Plane drüber und fertig?

Auch unsere Bikes überwintern so. Doch Achtung: nütze unbedingt eine Plane die Feuchtigkeit nach außen abtransportiert und dafür sorgt, dass Wind und Zugluft unter die Plane gerät und so das Bike belüften kann. Unter der Plane stehende Feuchtigkeit ist unbedingt zu vermeiden.

Am Ende bleibt nur noch das Adieu

Es soll ja manche unter uns geben, die vor dem Saisonende nochmals den Klang des Motors und des Auspuffs aufnehmen, um sich an besonders trostlosen Tagen im Winter daran zu erquicken und die Vorfreude auf das Frühjahr zu entfachen. Dann wünschen wir uns oft, in südlicheren Gefilden zu wohnen, in denen die Motorradsaison das ganze Jahr über andauert. Ach wie schön muss es doch in Spanien oder im südlichen Italien sein, denken wir uns dann, wenn die „motoristas“ und „motociclisti“ traditionell am Neujahrstag ihre Motoren starten.

Achtung, salzig

Und für diejenigen hartgesottenen unter uns, die immer Saison haben und auch im Winter nicht davor zurückschrecken auf den Bock zu springen, sei gesagt, Hut ab, Respekt und gute und vor allem besonnene Fahrt. Doch Achtung, auch wenn unseren Maschinen schlechte Wetterverhältnisse so leicht nichts anhaben können, salzig mögen‘s auch sie nicht. Salz auf der Straße legt sich auf die Reifen, die Kette und andere Teile am Motorrad. Eine sanfte Wäsche an der Tanke nach einer ergiebigen Ausfahrt lohnt sich deshalb immer, dein Motorrad wird’s dir danken.