Für deine Verkehrssicherheit, sind gute Bremsen unabdingbar. Hier muss neben den Bremsbelägen auch regelmäßig die Bremsflüssigkeit nach Herstellerangabe (alle 1 bis 2 Jahre) gewechselt werden. Für etwas geübte Schrauber ist dies einfach durchzuführen. Und genau darum geht es in diesem Beitrag: Lese hier, wie du selbst die Flüssigkeit austauschen kannst und worauf du unbedingt achten musst, damit du beim nächsten Bremsmanöver wieder kraftvoll zubeißen kannst.

Prüfe vor dem Ölwechsel, ob du diesen bei deinem Motorrad noch selbst durchführen kannst, das hängt entsprechend vom Baujahr und dem Modell ab.

WICHTIG zu Beginn:

Die Glykol-Bremsflüssigkeit ist giftig, greift deine Haut an und löst den Lack von deinem Motorrad. Sollte trotzdem etwas danebengehen – wasche es so schnell wie möglich gründlich ab.

1. Utensilien beschaffen und richtige Bremsflüssigkeit kaufen

Für einen sauberen Wechsel der Bremsflüssigkeit benötigst du folgendes:

  • Einen exakt passenden Sechskant-Ringschlüssel
  • Einen durchsichtigen Schlauch
  • Leeren Behälter oder kleinen Ölkanister zum abpumpen
  • Tücher zum Abdecken
  • Neue Bremsflüssigkeit

Woher weiß ich, welche Bremsflüssigkeit ich brauche?
Im Normalfall findest du auf dem Original Deckel des Bremsflüssigkeitsbehälters die vorgeschriebene Flüssigkeit. Ansonsten frage bitte beim Händler nach oder lese in einem Wartungshandbuch nach. In den meisten Fällen wird es eine DOT4 Flüssigkeit sein.

Das „American Department of Transportation (DOT)“
unterscheidet folgende Qualitätsklassen für Kfz-Bremsflüssigkeit auf Glykol-Basis:

  • DOT 3: Nasssiedepunkt ca. 140 °C
  • DOT 4: Nasssiedepunkt ca. 160 °C
  • DOT 5.1: Nasssiedepunkt ca. 180 °C

2. Das Fahrzeug vorbereiten

Bocke dein Motorrad auf und richte den noch geschlossenen Bremsflüssigkeitsbehälter so aus, dass er etwa waagrecht steht. Damit eine eventuell überschwappende Bremsflüssigkeit keine Schäden am Lack oder an Kunststoffteilen anrichtet, lege ein Tuch um den Bremsflüssigkeitsbehälter.(bei unserer Abbildung wurde darauf verzichtet) Stecke nun den exakt passenden Ringschlüssel über das Entlüftungsventil der Bremszange, und stecke anschließend den luftdichten, festsitzenden Schlauch darüber. Die andere Seite des Schlauches stecke in das vorbereitete Loch in dem kleinen, leeren Kanister. Stelle dich auch eine Schüssel mit Wasser und Putzlaken zur Seite, falls doch etwas schiefgehen sollte.

3. Abpumpen

ACHTUNG! Die Flüssigkeit soll nicht komplett abgepumpt werden um Luft im Hydrauliksystem zu vermeiden. Deswegen etwas Flüssigkeit im Behälter lassen!
Öffne nun den Deckel des Behälters, und hebe vorsichtig die Gummieinlage heraus, um sie sauber abzulegen. Drücke nun das Bremspedal ein paar mal nach unten und halte es nach unten gedrückt. Währen du es gedrückt hältst, öffne nun die Entlüftungsschraube mit dem Ringschlüssel ca. ½ Umdrehung. Schließe de Schraube wieder und lasse jetzt erst das Pedal los, sodass der Druck wieder da ist. Diesen Vorgang wiederholst du so oft, bis der Pegel im Behälter sichtbar gesunken ist. Fülle dann die neue Flüssigkeit auf die noch etwas vorhandene alte Flüssigkeit nach, sodass keine Luft ins System gelangt. Wiederhole den Vorgang so lange, bis nur noch neue und saubere Flüssigkeit ohne Luftblasen durch den Schlauch fließt. Behalte dabei den Pegel immer im Auge!
Nicht wundern: Die neue Flüssigkeit ist deutlich heller als die alte.

Fast geschafft!

Um alles wie in der Werkstatt zu machen, putze jetzt noch schnell den Deckel und die Membran bevor du den Behälter wieder schließt. Behälter wieder anschrauben. Die meist sehr weichen Kreuzschlitzschrauben mit einem exakt passenden Schraubendreher und Gefühl anziehen, sonst könnte die nächste Demontage problematisch werden. Sollte noch etwas Bremsflüssigkeit an der Dichtung ausgetreten sein, wasche diese mit Wasser ab.

Das gleiche Prozedere auch vorne (je nachdem wo du gestartet hast) durchführen – und fertig!!
Wiedermal einen Werkstattbesuch gespart!